Weltwassertag: Fischer verbessern den Lebensraum heimischer Gewässer

Ufersanierung am Baggersee: Die Wasserpflanzen breiten sich über den Sommer in der Flachwasserzone aus.

Wir schützen Gewässer nicht nur am Weltwassertag (22. März)!

Herr und Frau Österreicher betrachten es im Allgemeinen als selbstverständlich, dass es in unserem Land eine Vielzahl wunderschöner Gewässer gibt. Wildromantische Alpenflüsse, an denen man entlang wandern kann, den majestätischen Strom, der auch Wassersportarten wie Boot- und Kanufahren erlaubt, Seen und Teiche, die zum Baden und Relaxen einladen.
Herr und Frau Österreicher fragen sich aber selten, wieso wir das haben. Ein Geschenk der Natur? Das war einmal, vor vielen Jahrzehnten, Jahrhunderten, Jahrtausenden. Dass unsere Gewässer heute noch – zumindest einmal oberflächlich betrachtet – so attraktiv und intakt sind, ist überwiegend dem Einsatz und der unermüdlichen Arbeit einer Gruppe von Menschen zu verdanken, die ihr Interesse eben auf unsere Gewässer und die darin lebende Fauna und Flora konzentrieren: die Fischer. Denn wer sonst kümmert sich unter anderem darum, dass Landgewinnung, Stromerzeugung, Nutzung durch Landwirtschaft und Industrie nicht schon längst etwa unsere Fließgewässer zu leblosen Betonkanälen umfunktioniert haben?

Weil diese Tatsache aber in der öffentlichen Meinung noch nicht so wirklich durchgedrungen ist, hat ÖKF Fishlife aus dem dem Anlass (Weltwassertag) als eine von vielen Tätigkeiten die Initiative „Fischer verbessern Lebensraum“ (und berichten darüber!) durchgeführt, bei dem aus zahlreichen Einzel-Projekten letztlich die Revitalisierungstätigkeit des Fischereivereins Alt-Vösendorf als Sieger hervorgegangen ist:

Weltwassertag: Von der toten Lehmgrube zum lebendigen Fischteich

Im südlichen Teil von Vösendorf, an der Grenze zu Wr. Neudorf und Biedermannsdorf, gegenüber der Shopping-City-Süd SCS, liegen die „Alt-Vösendorfer“ Teiche.
Es sind ehemalige Lehmgruben, aus denen das Rohmaterial für die Ziegelherstellung gewonnen wurde, die in früheren Zeiten der einzige bedeutende Wirtschaftsfaktor in Vösendorf war. Die Gesamtwasserfläche, aufgeteilt auf 3 Teiche, beträgt 3,5 Hektar.
Das Ziel der beiden örtlichen Fischerei-Vereine (FV Alt-Vösendorf und BA-CA) ist neben der Ausübung der Fischerei die Erhaltung des Fischbestandes, die damit verbundene Hege und Pflege des Umfeldes, und – vor allem – der aktive Umweltschutz.
Das Anlegen von Schilfinseln trägt ebenfalls dazu bei, den Sauerstoff- und Nährstoffhaushalt des Gewässers zu verbessern, auch Bäume, Sträucher und sogar Christbäume wurden versenkt, um für die vorhandenen Lebewesen auf natürlichem Weg Kinderstuben und Schutzzonen zu errichten.

Doch es genügt nicht, solche Aktivitäten als „einmalige Initialzündung“ zu setzen, es bedarf jahre- teils sogar jahrzehntelanger konsequenter Pflege, die meist von der Öffentlichkeit unbemerkt investiert werden muss, damit sich die „Alt-Vösendorfer“ Teiche so präsentieren, wie sie die Anrainer heute als Erholungsgebiet schätzen. Auch das soll am Weltwssertag Beachtung finden! „Wir bauten den Fischen ein Haus, in dem sie sich wohl fühlen sollten!“, stellte A. Brauneder sein Projekt vor. Passend zum Weltwassertag.

Für eine fischgerechte Wohnung braucht man:

  • ein gemütliches Wohnzimmer
  • ein Schlafzimmer, wie Fische es lieben mit Flachwasserzonen bzw. Schilf- und Uferbewuchs,
  • ein Esszimmer mit einem reich gedeckten Tisch, wobei Schilfinseln nicht nur Strukturen schaffen sondern auch den Sauerstoff- und Nährstoffgehalt des Gewässers verbessern.
  • eine kindgerechte Stube mit Schutzzonen mit Totholz und Uferbewuchs, der ins Wasser ragt.
  • Selbstverständlich darf der Fischer(in) nicht zu kurz kommen, ihnen ist das Kabinett gewidmet.

 

Beispiel Ufersanierung